Die Odyssee als ganzheitliches Projekt mit Musik in der Tradition der symphonischen Dichtung, jedoch im Stile des Modernen Jazz und diesem naheligenden Grenzbereichen, mit den Mitteln eines Jazz-Orchesters, gepaart mit live dazu gemixten Bildern eines Visual-Jockeys, unterbrochen durch die Erzählung der Rahmenhandlung in einer stilistisch passenden Erzählform in Anlehnung an Homers 24 Gesänge der Odyssee – das hat es so bisher nicht gegeben. Dabei hat nicht nur der Inhalt der Odyssee mit ihren vielen Stationen seinen Reiz, sondern auch die Metaphorik, die dahinter steckt und ohne Weiteres auch auf unsere heutige Welt übertragbar ist. Zu diesem Zwecke auch das moderne Gewand mit Visual-Jockey und einem Jazz-Orchester, die beide zeitgenössische Strömungen einfangen und die Odyssee zu einer Geschichte machen, wie sie tagtäglich überall in der Welt passiert und passieren kann.

Griechische Mythologie hat mich schon als kleiner Junge fasziniert, insbesondere die Sage von Troja und die anschließende Odyssee, wobei dies noch durch die zahlreichen Historien- bzw. Fantasyfilme,  die ich mit Vorliebe verschlang, verstärkt wurde. In diesem Zusammenhang sei natürlich der Film „Die Fahrten des Odysseus“ (engl. Ulisse mit dem heroischen Kirk Douglas) aus dem Jahr 1955 zu nennen. Hatten mich damals die Abenteuer als solche fasziniert, oder meine Angst vor dem riesigen Zyklopen oder der monströsen Skylla, ist es heute vielmehr die Geschichte des Odysseus und wie er diese Gefahren mit Willen, Kraft und List gemeistert hat, und nach etlichen Jahren der Irrfahrt in seine Heimat und zu seiner Familie, also seiner Frau Penelope und seinem Sohn Telemach zurückkehrt. Gerade die nicht so offensichtlichen und monströsen Gefahren wie zum Beispiel die Zauberin Circe , die Sirenen oder der Besuch im Land der Lotophagen, wo die Männer von Odysseus von einer Frucht speisen, die sie ihre Vergangenheit und Heimat vergessen lässt, sind Dinge, die jedem von uns mit Sicherheit im übertragenem Sinne schon widerfahren sind.

Folgende Fragen sind also erlaubt, geradezu erwünscht: „Wer ist Odysseus?- Bin ich das? Und ist die Odyssee nicht auch ein Querschnitt unseres Alltages mit all seinen Gegensätzen und Widersprüchen, sowohl politisch und gesellschaftlich als auch emotional?“ Es geht letztlich somit nicht (nur) um eine Sage mit Fantasie-Gestalten, sondern auch oder vielleicht eher um den Prozess menschlicher Erfahrungen und das Erleben von Emotionen und Werten wie Sehnsucht, Liebe,Versuchung, Respekt, aber auch Rache und Wut.

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